Modellprojekt digitale Kompetenzentwicklung

„Stärkung digitalen Lernens im Transformationsprozess der Volkshochschulen“

Nach dem erfolgreichen ersten Modellprojekt in der Förderzeit 2017/2018 schließt der Verband nun ein zweites Modellprojekt für die Jahre 2019/2020 an.

Dieses wurde als Anschlussprojekt konzipiert und hat die Weiterentwicklung bereits angestoßener Maßnahmen im Bereich der praktischen Erprobung digitalen Lernens sowie die Weiterführung erfolgreicher Projektteile zur Kompetenzentwicklung zum Ziel. Auf Grundlage der Beratungsgespräche mit beinahe allen Volkshochschulen im Land wurden besonders im Bereich der Organisationsberatungen neue Strategien entwickelt, um die Mitglieds-vhs nachhaltig dabei zu unterstützen, der digitalen Transformation erfolgreich begegnen zu können. Nachfolgend werden die Grundzüge des Modellprojekts dargestellt:

 

I. Organisationsentwicklung

Digitalentwicklungsstrategie für vhs

Bei der laufenden digitalen Transformation des Bildungssektors ist es besonders wichtig, dass die Einrichtungen einen strategischen Weg beschreiten und nicht von den Entwicklungen getrieben werden.

Dazu wird in einer Arbeitsgruppe aus Akteuren der Bildungsplanung und –entwicklung sowie einer externen Bildungsberatung eine Digitalentwicklungsstrategie für Volkshochschulen (DES) erarbeitet, die am Bedarf der vhs ausgerichtet ist und die organisationalen Besonderheiten der Volkshochschule beachtet.

Die drei grundlegenden Handlungsfelder der DES (Arbeitsstand 03/2019):

            1. Medienbezogene Einstellungen und Selbststeuerung
            2. Ausstattung
            3. Fortbildung

Besonders berücksichtigt werden dabei die digitale Erweiterung des Kursgeschehens sowie die Kompetenzentwicklung aller Akteure (Leitung, HPM, Verwaltung, KL). Diese soll mit zwei Modell-vhs exemplarisch erprobt werden. Die Ergebnisse werden allen vhs zur Nachnutzung zur Verfügung gestellt.

Changemanagement

In den Beratungsgesprächen mit den Volkshochschulen im Modellprojekt 2017/2018 fielen Vorbehalte und Befürchtungen bei vhs-Mitarbeiter*innen und Kursleiter*innen gegenüber anstehenden Veränderungen im Zuge der Digitalisierung auf. Deshalb will die Projektgruppe im Rahmen eines modellhaften Changemanagement-Prozesses nicht nur dazu beitragen, das Wissen und Können der Mitarbeiter*innen über die ‚Digitalentwicklungsstrategie für vhs‘ (s.o.) voranzubringen, sondern auch eine aufgeschlossene innere Haltung zu Veränderungen der Arbeit durch die Digitalisierung zu stärken und somit eine Steigerung der Qualität zu bewirken.

 

 

 

Eine Kompetenzgruppe aus Vertretern der Wissenschaft, von Trägern der vhs und aus den Modell-vhs werden dazu ein Orientierungspapier mit Handlungsempfehlungen und Gelingensbedingungen erarbeiten und modellhaft in der Organisationsentwicklung implementieren.

 

II. Digitale Erwachsenenbildungspraxis

Besonders im Bereich der neuen Lerntechnologien ist es wichtig, dass die Dozentinnen und Dozenten vielfältige praktische Erfahrungen mit neuen Lernmitteln machen können. Deshalb wird das Modellprojekt anknüpfend an vorhandene digital angereicherte Veranstaltungen in den Volkshochschulen, auch unter Einbeziehung der neuen Lernplattform vhs.cloud, weitere digital angereicherte Angebote zur Erprobung fördern.

Dabei möchte die Projektgruppe auch innovative methodisch-didaktische Lernformate erproben. So soll bspw. die Verbindung von Blended Learning-Formaten mit einem niedrigschwelligen Konzept der Lernberatung pilothaft entwickelt werden, denn dadurch können die Lernenden ihre eigenen Ressourcen besser erkennen und sich dem Lerngegenstand eigenständig nähern.

 

Aus Projektmitteln gefördert werden

  • die Entwicklung und Erprobung neuer Angebote,
  • die Weiterentwicklung bereits vorhandener Angebote
  • neue Kooperationen bezüglich digital angereicherter Angebote.

Um die Qualität der anvisierten Maßnahmen zu sichern, werden dazu auch bedarfsgerechte Fortbildungen für Kursleitende angeboten.

Mit diesen neuen Konzepten soll auch eine junge, digital-affine Zielgruppe angesprochen werden. Um die gewonnenen Teilnehmer*innen in den Kursen zu halten, wird auch ein innovatives Konzept zur Kursberatung durch die Volkshochschulen erprobt.

Die geförderten Pilotprojekte sollen mit Marketingmethoden beworben werden, die eine zielgruppenspezifische Ansprache der Adressat*innen verfolgt. Auch moderne Formen des Social-Media-Marketings für einen neuen, jungen Nutzer*innenkreis soll dabei zum Einsatz kommen.

 

III. Forum zur Zukunft der Erwachsenenbildung

Mit dem Modellprojekt werden in einem Forum auch die Herausforderungen des digitalen Wandels thematisiert, der mit der Arbeitswelt und Gesellschaft auch das Lebenslange Lernen betrifft. Zusammen mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft werden Fragen der zukünftigen Ausrichtung der Volkshochschulen und des generellen Umgangs mit Digitalisierung in der Erwachsenenbildung in der öffentlichen Diskussion platziert, sodass sich möglichst viele Menschen beteiligen können.

Auch aktuelle Entwicklungen und Trends in der Erwachsenenbildung werden dabei diskutiert und ggf. neue adressat*innenorientierte Ideen erarbeitet. Auch die Projektergebnisse sollen vorgestellt und diskutiert werden. Angedacht ist, das Forum durch die Initiierung regionaler Medienpartnerschaften und den Austausch in der Community öffentlichkeitswirksam zu bewerben.

 

Förderung: Das Modellprojekt wird gefördert aus Mitteln des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport und des Brandenburgischen Volkshochschulverbandes e.V.

 

Projektzeitrum ist 01.01.2019 bis 31.12.2020

 


Projektergebnisse des Modellprojekts 2017/2018

 

Dokumentation der Organisationsberatungen in den brandenburgischen vhs (Dezember 2018)

Vollständige Dokumentation der 19 Vor-Ort-Beratungen und Zusammenfassung der abgeleiteten Erkenntnisse bspw. zur Medienentwicklungsplanung, dem Umgang mit der vhs.cloud, der digitalen Erweiterung des Lernens etc.

Auswertung der Umfrage unter Leiter*innen (Dezember 2017)

Interessante Ergebnisse zum Stand der Digitalisierung in den vhs in Brandenburg. Befragt wurde u.a. zur technischen Ausstattung, der Umsetzung digitaler und digital angereicherter Kursangebote und der eigenen Haltung zur Digitalisierung in der Erwachsenenbildung.

Ergebnisse der Kursleiterbefragung (Herbst 2017)

Sie zeigte bspw., dass ältere KL für digitale Lernmaterialien ebenso offen sind wie jüngere.

Ergebnisse der Marktumfrage (November/Dezember 2017)

Jede/r Zweite von 414 zufällig ausgewählten Befragten würde sich stärker für Weiterbildungsangebote der vhs interessieren, wenn die Kurse oder Veranstaltungen digital angereichert würden.

Auswertung der Umfrage unter HPM/Verwaltungskräften (Dezember 2017)

Die Mitarbeiter der vhs im Land wurden zur eigenen Ausstattung und den Herausforderungen bei der Nutzung digitaler Hilfsmittel und Ausstattung sowie der digitalen Infrastruktur befragt.

 


 

 

Ansprechpartner

Projektleiter: Ronny Heinemann

Tel.      +49 – 331 – 200 66 93

Fax      +49 – 331 – 200 66 94

E-Mail heinemann@vhs-brb.de

Facebook fb.me/bvv.digital.elw


Projektmitarbeiter/innen: Alexander Gehrke

(anteilig mit wenigen Stunden Evelyn Dahme, Karin Stiehler)

 

Brandenburgischer Volkshochschulverband e.V.

Geschäftsstelle

Großbeerenstraße 231 / Hs. III

14480 Potsdam