„Grundbildung für Erwachsene – Implementierung von Lernmodulen zur Grundbildung an Volkshochschulen“

Ein Projekt des BVV in Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) Berlin-Brandenburg. Gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg (MBJS).

 

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
mangelnde Grundbildung, besonders in bildungsungewohnten und bildungsfernen Bevölkerungsschichten, ist als gesellschaftliches Problem erkannt worden.  Insbesondere die Bildungsarbeit mit dieser Zielgruppe stellt eine hohe Herausforderung dar.

Funktionale Analphabeten haben sehr geringe Schriftsprachkennt­nisse so gering sind, dass sie kaum lesen und schreiben können – so genannte funktionale Analphabeten – : Adressaten von Grundbildungsangeboten haben während ihrer Schulzeit unzureichend gelernt, oder ihre erworbenen Kenntnisse sind verschüttet. Die Ursachen ihrer Bildungsbenachteiligung gehen häufig auf familiäre und soziale Verhältnisse zurück. Erkennen sie dann die Notwendigkeit, neu zu lernen, befürchteten viele, dass sich in einem neuen Lernprozess negative Erfahrungen aus ihrer Schulzeit wiederholen. Es besteht in dem Be­reich Grundbildung ein großer Nachholbedarf, so dass auch diese Zielgruppen fokussiert und gefördert wer­den müssen.

Seit 2005 wird im Land Brandenburg versucht, diesem Missstand durch ein speziell entwickeltes Grundbildungskonzept mit dem Projekt „Grundbildung für Erwachsene – Implementierung von Lernmodulen zur Grundbildung an Volkshochschulen“ entgegenzuwirken. Durch die Implementierung neuer standardisierter modularer Lernangebote zur Grundbildung wird ein ausgewogenes Programm in unterschiedlichen thematischen Bereichen an verschiedenen Volkshochschulen mit ihren Regional- und Außenstellen im Land Brandenburg angeboten.

 

 

Wege aus dem Analphabetismus - Bildungsminister Rupprecht und Volkshochschulverbandspräsidentin Lehmann stellen Initiative zur Grundbildung von Erwachsenen vor

Pressemitteilung vom 15.06.2006

Bildungsminister Holger Rupprecht stellte heute zusammen mit der SPD-Landtagsabgeordneten und Präsidentin des brandenburgischen Volkshochschulverbandes, Frau Sylvia Lehmann, ein Konzept zur Stärkung der Grundbildung und Alphabetisierung von Erwachsenen vor. Im Kern der Initiative steht die Publikation „Grundbildung für Erwachsene - Module für ein Grundbildungsangebot an Weiterbildungseinrichtungen im Land Brandenburg", herausgegeben vom LISUM Bbg. Sie unterstützt die Einrichtungen der Weiterbildung bei der Erpro-bungsphase eines neuen Grundbildungsangebots. Das LISUM Bbg hat auf Initiative und in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium durch eine Gruppe von Expertinnen und Experten ein Curriculum für ein solches „Grund-Bildungsangebot" z. B. zu den Themen „Das Lernen lernen" und „Lesen - schreiben - miteinander reden" sowie „Schreiben und informieren am PC" entwickelt. Es soll als Maßnahme gegen Analphabetismus in verschiedenen Grundbereichen helfen, grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten, die für die Gestaltung des eigenen Lebens und für die Organisation und das aktive Handeln wichtig sind, zu erwerben, um so die Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu verbessern und als wirksame Lebenshilfe für den privaten und beruflichen Alltag zu dienen.

„Ich begrüße es, dass der Brandenburgische Volkshochschulverband, der die Interessen der 21 Volkshochschulen im Land vertritt, sich in diesem speziellen Bildungsbereich engagiert. Dadurch konnte das Projekt Grundbildung zustande kommen", sagt Bildungsminister Rupprecht. „Viele Erwachsene haben wichtige Kompetenzen verloren oder sich diese in ihrer Schulzeit nicht richtig angeeignet. Sie schaffen es später nur selten, sich das fehlende Wissen und fehlende Kompetenzen ohne Unterstützung anzueignen. Wir dürfen diese Menschen mit ihren Problemen, die in alle Lebensbereiche der Betroffenen hineinwirken, nicht allein lassen."

Die Präsidentin des Volkshochschulverbandes und SPD-Landtagsabgeordnete Sylvia Lehmann sagt: „Die Grundbildung von Erwachsenen passt hervorragend in das bestehende Grundangebot der Volkshochschulen, zu dem Integrationsmaßnahmen, Persönlichkeitsbildung, Zweiter Bildungsweg oder auch Gesundheitsbildung gehören. Wir wollen mit den Modulen neue Zielgruppen erreichen und gleichzeitig persönliche und gesellschaftliche Orientierungen geben."

 

© 2009 Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS)

 

 

Zahl der Analphabeten weiter senken

Bildungsminister Rupprecht verweist zum Weltalphabetisierungstag auf Modell „Grundbildung für Erwachsene" im Land Brandenburg

Pressemeldung vom 08.09.2008<small>
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Bildungsminister Holger Rupprecht hat anlässlich des heutigen Weltalphabetisierungstages dazu aufgerufen, die Zahl der Analphabeten weiter zu senken. „Wer selbst einfache Texte nicht verstehen und nicht verfassen kann, hat massive Einschränkungen in seinem Leben: Er ist auf dem Arbeitsmarkt nahezu chancenlos, er kann nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und er hat es schwer, seinen Alltag zu meistern." Deshalb sei es besonders wichtig, dass es für solche Menschen Unterstützungsangebote gibt", so der Bildungsminister weiter. Diese gebe es mittlerweile seit einigen Jahren in gegenwärtig neun brandenburgischen Städten und Landkreisen in Form der „Grundbildung für Erwachsene". „Damit diese Angebote auch die Betroffenen erreichen, ist es besonders wichtig, dass diese in ihrem Alltag darauf hingewiesen werden, sei es etwa in Arztpraxen, in Behörden, in Vereinen oder in Schulen", betont Minister Rupprecht. „Zudem würde ich mir einen Ausbau dieser Angebote auch in weiteren Kreisen und Städten wünschen."  

Seit 2006 bieten Einrichtungen der Weiterbildung, v.a. die Volkshochschulen, in den Städten Potsdam und Frankfurt (Oder) sowie in den Landkreisen Märkisch-Oderland, Barnim, Uckermark, Spree-Neiße, Havelland, Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz sogenannte Module der Grundbildung an:

  • Das Lernen lernen
  • Lesen - Schreiben - miteinander reden
  • Mathe auf Schritt und Tritt        
  • Schreiben und Informieren am PC
  • Orientierungswissen Recht       
  • Beruf, Familie und Soziales      
  • Arbeit und Finanzen                                                    
  • Basiswissen Englisch.  

Das dreiteilige „Modul Lesen -Schreiben - miteinander reden" ist kostenfrei, die übrigen - meist 60-stündigen - Kurse kosten 10 Euro. Sie werden pro Jahr mit 70.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und mit 23.000 Euro aus Landesmitteln gefördert.

Auch für das beginnende Herbstsemester sind etliche Kurse vorgesehen. Aktuelle Angebote, Orte und Zeiten sind bei den jeweiligen Volkshochschulen zu erfragen.

Der von der UNESCO für den 8. September ausgerufene Weltalphabetisierungstag soll an das weltweite Problem des Analphabetismus erinnern und dazu anspornen, die Zahl der Analphabeten zu reduzieren. Im Rahmen einer Weltalphabetisierungs-Dekade von 2003 bis 2012 ist vorgesehen, die Zahl der Analphabeten zu halbieren. Betroffen sind geschätzte 800 Millionen Menschen weltweit. In Deutschland geht man von etwa vier Millionen Analphabeten aus. Hierzu gehören Personen, die zwar die Schule besucht haben, deren Lese- und Schreibkenntnisse aber nicht oder nicht mehr ausreichen, um geschriebene Texte verstehen oder verständlich verfassen zu können.

© 2009 Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS)